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Johann Wolfgang von Goethe Artikel
Johann Wolfgang von Goethe
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Johann Wolfgang (von) Goethe (* 28.08 1749 in Frankfurt am Main; †22. März 1832 in Weimar; geb. als J.W. Goethe, auch Göthe) war als Dichter, Naturwissenschaftler, Kunsttheoretiker und Staatsmann der wichtigste Vertreter der Weimarer Klassik. Als Verfasser von Gedichten, Dramen und Prosa-Werken gleichermaßen bedeutend, gilt er als größter deutscher Dichter und ist eine der herausragenden Persönlichkeiten der Weltliteratur.
Er war verheiratet mit Christiane von Goethe, geborene Vulpius, sein einziger Sohn war August von Goethe. Seine berühmten letzten Worte sollen "Mehr Licht!" gewesen sein.
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Goethes Vater war der Kaiserliche Rat Johann Caspar Goethe (* 1710; †1782). Er hatte in Leipzig Rechtswissenschaften studiert, am Reichskammergericht in Wetzlar gearbeitet, Reisen nach Rom und Paris unternommen, und sich schließlich in seiner Vaterstadt Frankfurt niedergelassen, wo die Familie in einem geräumigen Haus am Großen Hirschgraben lebte. Er ging dort ganz seinen Neigungen und Interessen nach; so widmete er sich der Zusammenstellung eines Naturalienkabinetts und der Sammlung von Gemälden.
Goethes Mutter, Katharina Elisabeth Goethe (* 1731; †1808), war eine geborene Textor. Die Tochter des Frankfurter Bürgermeisters hatte mit 17 Jahren den damals 38-jährigen Rat Goethe geheiratet.
Außer der am 7. Dezember 1750 geborenen Schwester Cornelia Friderike Christiana starben alle anderen Geschwister früh. 1758 erkrankte Goethe an den Blattern (Pocken).
Goethe wurde von seinem Vater und auch durch Privatlehrer unterrichtet, außerdem erhielt er Unterricht in dem Reiten und Fechten.
Schon früh interessierte er sich für die Literatur, wobei er sein Augenmerk zunächst auf Friedrich Gottlieb Klopstock (damals hochmodern!) und Homer richtete. Außerdem bewarb er sich mit 14 Jahren um die Mitgliedschaft in der Arkadischen Gesellschaft zu Phylandria. Auch begeisterte er sich für das Theater - so besuchte er während der französischen Besetzung 1759 häufig das französische Theater in dem Junghof. 1763 erlebte er ein Konzert des damals 7 Jahre alten Mozart.
Am 30. September 1765 verließ er Frankfurt, um in Leipzig das Studium der Rechte aufzunehmen.
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Goethe-Denkmal in Leipzig
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Von 1765 bis 1768 studierte Goethe in Leipzig. Er hörte dort die Poetikvorlesung von Christian Fürchtegott Gellert und nahm an dessen Stilübungen teil. Auch nahm er Zeichenunterricht bei Adam Friedrich Oeser, dem Direktor der Leipziger Akademie.
Er verliebte sich in Käthchen Schönkopf und besang diese Liebe in heiter-verspielten Versen in der Tradition des Rokoko (Gedichtzyklus Annette).
Auerbachs Keller und die dort beheimatete Sage von Fausts Fassritt 1525 beeindruckten ihn so sehr, dass er später Auerbachs Keller als einzigen konkret existierenden Ort in sein Drama Faust I aufnahm. - Ein Blutsturz zwang ihn, das Studium abzubrechen und am 28. August 1768 nach Frankfurt zurückzukehren.
Buch-Tipp: Faust Vernunft wird Unsinn Wer dieser Jahre die Verkaufs-Ranglisten des Buchhandels betrachtet, möchte die Finger schon zur Faust ballen, mit ihr auf den Tisch schlagen und laut Vernunft einfordern. Das Leichte hat das Gewichtige fast vollständig verdrängt. Wehrhafte Geister greifen somit zu den Klassikern, wie dem vorliegenden, oder sie suchen in den... |
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Es folgt eine eineinhalbjährige, von manchen Rückfällen unterbrochene Genesungszeit. Während seiner Rekonvaleszenz wird er liebevoll von Mutter und Schwester umsorgt. Eine Freundin der Mutter, Susanne von Klettenberg , bringt ihn mit pietistischen Vorstellungen in Berührung.
Im April 1770 verlässt er Frankfurt, um dem Wunsch seines Vaters entsprechend in Straßburg sein Studium zu beenden.
Buch-Tipp: Faust I Schneller Durchblick Ich muß sagen, mir hat dieses Buch vor meiner Klausur sehr gut geholfen; ich hatte nicht besonders viel Zeit für die Klausur-Vorbereitung, und da waren die kurze, aber präzise Inhaltsangabe und die Interpretationsansätze wirklich sehr hilfreich. Ich habe das Buch als eine lohnende Investition empfunden. Es macht Faust I schon... |
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Am 10.Mai 1772 ging er zu dem Abschluss der juristischen Ausbildung als Referendar an das Reichskammergericht in Wetzlar. Er war vom 25. Mai desselben Jahres an Rechtspraktikant am Reichskammergericht. Seine Großtante, Frau Hofrat Susanne Cornelia Lange, die in Wetzlar lebte, vermittelte ihm ein Haus, im er zusammen mit Jakob Heinrich Born, einem Bekannten aus der Leipziger Studienzeit und Sohn des Bürgermeisters von Leipzig, wohnte. Nach der unglücklichen Liebe zu Charlotte Buff verließ Goethe Wetzlar am 11. September 1772 wieder.
Er hatte gerade sein Studium der Rechtswissenschaften abgeschlossen und wollte auf Drängen seines Vaters Kenntnisse in dem Kameralrecht und in der Prozeßführung sammeln. Goethes Vater hatte große Pläne mit seinem einzigen Sohn: Sein Absicht war es, ihn zu dem Schultheißen in Frankfurt zu machen. Daher hatte er seinen Sohn schon früh mit Rechtsbüchern vertraut gemacht und ihn viel auswendig lernen lassen.
Es war nicht so, daß Goethe das Praktikum am Reichskammergericht unwichtig gewesen wäre. Er war durchaus interessiert am Erscheinungsbild des Reichskammergerichtes, da er hoffte, sich daraus ein Bild über die Zustände in dem Reich machen zu können. Er nahm Veränderungen in der Rechtspraxis wahr und konnte diese als Ganzes überschauen, war sich aber der Lückenhaftigkeit seiner Fachkenntnisse beim Studienabschluß bewusst. Goethe wollte in dem Sinne von fortschrittlicher, humaner Rechtsprechung und Vollzug und systematisch strukturierten und philosophisch begründeten Gesetzen unter Berücksichtigung von psychischen und sozialen Faktoren arbeiten, das läßt sich aus den erhaltenen 28 Akten des Advokaten Goethe ableiten.
Dennoch besuchte er das Reichskammergericht sehr selten und nutzte es kaum als Ausbildungsmöglichkeit. Denn zu dem einen war er gegenüber der Rechtspraxis skeptisch wegen der Korruption, die er als Ausdruck der zerrütteten Verhältnisse in Deutschland sah. Diese hatte sein Vater schon, als Goethe noch ein Kind war, angeprangert. Zu dem anderen mißtraute er dem Reichskammergericht und den Visitationen zwischen 1767 und 1776. Er glaubte wie viele andere junge Juristen, mit denen er sich in dem Gasthof »Zum Kronprinzen« traf, nicht, daß diese etwas verbessern könnten. Außerdem behauptet Goethe später, als er Dichtung und Wahrheit niederschreibt, es habe sich schon in seiner Kindheit gezeigt, daß er kaum aus Interesse an den Rechtswissenschaften Jurist werden wollte, sondern vielmehr aus Reiselust.
Nach dem Freitod des Gesandtschaftssekretärs Karl Wilhelm Jerusalem Ende Oktober 1772 kehrte Goethe vom 6. bis 10. November 1772 noch einmal für kurze Zeit nach Wetzlar zurück. Jerusalem war ein entfernter Bekannter von Goethe. Sein Suizid war für Goethe der Auslöser, seinen Roman Die Leiden des jungen Werthers zu schreiben. Darin verbindet er die eigenen Erlebnisse mit seiner angebeteten Charlotte Buff mit dem Schicksal Jerusalems, das er in Gesprächen mit Personen, die kurz vor seinem Tod noch mit ihm zu tun gehabt hatten, ergründete. Der Roman wird ein Großer Erfolg und ist ein gilt als literarische Initialzündung der Empfindsamkeit und der Sturm und Drang-Literatur.
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Goethes Wohnhaus in Weimar
In dem Goethehäuschen auf dem Kickelhahn bei Ilmenau schrieb Goethe 1780 sein Gedicht "Wanderers Nachtlied"
1776 tritt Goethe als Geheimer Legationsrat in den Staatsdienst des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach ein und bekam weitere politische Aufgaben.
Er wohnte 6 Jahre in seinem "Gartenhaus" (Goethe-Haus), das der Herzog ihm schenkte und dessen umliegenden Garten er als Parkgarten selbst plante und gestaltete. Diesen "Garten am Stern" genannte er später in seinen Tagebüchern als "untern Garten".Maßgeblich beteiligt war auch am der Planung des Landschaftsgarten an der Ilm.
Wollte, Gott hätte mich zu dem Gärtner oder Laboranten gemacht, ich könnte glücklich sein schreibt er in seinem Tagebuch.
Er lernte die Hofdame Charlotte von Stein kennen. 10 Jahre lang verband die beiden eine innige Beziehung.
1779 wird er zu dem Geheimen Rat befördert. Die Entscheidung, das Angebot des acht Jahre jüngeren Herzog Carl August im Weimarer Mini-Staat ein wichtiges Amt anzunehmen, war eine für politische Reformtätigkeit. Goethe war innerhalb des Kabinetts verantwortlich für eine wachsende Zahl von Zuständigkeiten. Politik blieb - auch nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst - ein Feld, dem er seine stetige Aufmerksamkeit schenkte.
Weil es um die Finanzen des Weimarer Staates schlecht stand, mussten Einsparungen her. Goethe wählte den Weg der Abrüstung, er ist bis heute der erste und einzige Abrüstungsminister der deutschen Geschichte.
In diesen Jahren begann er sich intensiv mit der Naturwissenschaft zu beschäftigen.
Der Herzog vermietete ihm 1782 dann ein Haus am Frauenplan, das er ihm 1792 schließlich schenkte. Hier lebte Goethe bis zu seinem Tod.
Auch den Garten am Frauenplan gestaltete der Dichter selbst. (1885, nachdem Tod des letzten Enkels und Erben Goethes wurde das Haus am Frauenplan zu dem Nationalmuseum erklärt. Da nachdem zweiten Weltkrieg sehr viel zerstört wurde, kam Karl Foerster nach Weimar und gestaltete den Garten neu).
1783-1785 Reise in den Harz. 1784 entdeckte er den Zwischenkieferknochen am menschlichen Schädel.
Buch-Tipp: Faust. Eine Tragödie. Das Drama schlechthin Goethes Faust ist das Drama der Dramen und einfach perfekt. Jeder sollte diesen Klassiker der deutschen Literatur einmal gelesen haben, denn Faust ist mehr als ca. eine Schullektüre. Dieses Drama ist vielschichtig und sehr unterhaltsam in seiner Darstellung eines innerlich zerissenen ewig Strebenden, den sein unendlicher Wissensdrang... |
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Seinen Aufenthalt in Italien beschreibt Goethe in der Italienischen Reise. In Rom freundete er sich 1786 mit Heinrich Tischbein an, mit dem er 1787 unter anderem nach Neapel reiste. In dem selben Jahr entstand auch das berühmte Gemälde Tischbeins, das Goethe als Reisenden in der römischen Campagna zeigt (siehe abgebildetes Detail). Auch Angelika Kauffmann lernte er dort kennen.
Etwa ab dem 40. Lebensjahr muss Goethe weitgehend unbeweglich und steif gewesen sein. Er litt unter schweren Bandscheibenschäden und Verwachsungen mehrerer Brustwirbel.
1798 schrieb er die Elegie "Die Metamorphose der Pflanzen"; 1814 reist er in die Rhein- und Maingegenden, 1817 beginnt er die "Geschichte seines botanischen Studiums "Zeitschrift Zur Naturwissenschaft überhaupt, besonders zur Morphologie" (bis 1824).
Freundschaft mit Kaspar Maria von Sternberg und Karl Friedrich Zelter.
Goethe stirbt am 22. März 1832 und wird in der Fürstengruft beigesetzt.
- Bild vom Grab (http://www.knerger.de/schriftsteller_3/goetheschriftsteller_3.html)
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Johann Wolfgang von Goethe und seine Frau Christiane hatten fünf Kinder. Außer August, dem ältesten, sind alle tot geboren worden oder sind früh gestorben. August hatte drei Kinder: Walther Wolfgang (*1818), Wolfgang Maximilian (*1820) und Alma Sedina von Goethe (*1827). August starb zwei Jahre früher als Goethe selbst. Seine Frau Ottilie von Goethe gebar nach seinem Tod ein weiteres (nicht von August stammendes) Kind namens Anna Sybille, welches nach einem Jahr starb. Alma starb 1844 mit 16 Jahren, Wolfgang starb 1883 und Walther 1885. Alle waren unverheiratet und so starben die direkten Nachkommen von Johann Wolfgang von Goethe 1885 aus. Wolfgang und Walther, der 1859 Freiherr wurde, vermachte den Nachlass der Großherzogin Sophie und dem Staat Sachsen-Weimar-Eisenach.
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Friedrich Georg (*1657) (weitere 8 jüngere Geschwister)
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Johann Kaspar G.
+ Katharina Elisabeth Textor
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Johann Wolfgang Cornelia weitere früh Gestorbene
+ Christiane Vulpius |
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August vier früh Gestorbene
+ Ottilie von Pogwisch
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Walther Wolfgang Alma
(*) Cornelia hatte zwei Töchter: Luise Maria Anna (1774-1811) und Julie (1777-1793; ca. 16 Jahre). Luise hatte neun Kinder mit Ludwig Nicolovius. Vier davon waren früh gestorben oder kinderlos. Die anderen fünf Kinder hatten zahlreiche Nachkommen, wovon heute noch einige leben.
Goethes Genealogie wird umfassend in der Literatur behandelt. Eine umfangreiche Homepage gibt es unter www.goethe-genealogie.de
Buch-Tipp: Johann Wolfgang Goethe 'Faust', Der Tragödie Erster Teil. Erläuterungen und Dokumente Sehr informative Hilfestellung Goethes „Faust" ist das große Lebenswerk des Dichters, das erst wenige Wochen vor seinem Tode 1932 mit der Fertigstellung des zweiten Teils beendet wurde, knapp 60 Jahre nach den ersten Skizzen. Aufgrund des Anspruchs und der Komplexität des Werkes ist ein Kommentar zu dem besseren Verständnis unerlässlich. Die... |
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Goethe ist eine faszinierende Persönlichkeit. Grund dafür (unter anderem) ist seine Vielgestaltigkeit: Er zeigt sich in vielen Aspekten, und jeder dieser Aspekte hat seine eigene Biografie. Diese Biografien laufen teilweise über Jahrzehnte nebeneinander her, vermischen sich und gliedern sich gegenseitig.
Zwei spezielle Aspekte, bei denen die "Gliederungsfunktion" besonders augenfällig wird, sind seine Beziehungen zu Frauen - und seine Krankheiten. Wobei diese beiden Aspekte einander insofern entgegengesetzt sind, als Frauen häufig die Anfangspunkte einer Entwicklung in Goethes Leben markieren - ein neues Kapitel wird aufgeschlagen -, während die (teilweise schweren) Erkrankungen häufig Endpunkt, Abschluss, aber auch Flucht kennzeichnen.
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Lieben, Liebchen und Liebeleien: Goethe und die Frauen | |
Anna Katharina Schönkopf (auch "Käthchen" und "Annette") (1746–1810): Tochter des Zinngießers Christian Gottlieb Schönkopf, bei dessen Familie Goethe während seiner Leipziger Studienzeit den Mittagstisch nahm.
Dort lernt er 1766 das 3 Jahre ältere Käthchen kennen und verliebt sich in sie, eine Liebe, die ihn zur Produktion verspielter Lyrik in dem Stile des Rokoko anregt (unter anderem die so genannten Annettenlieder). In dem Frühjahr 1768 wird die Beziehung gelöst, die - wegen Goethes extremer Eifersucht - von Anfang an unter Belastungen litt.
Während der Zeit der Beziehung entsteht das Stück Die Laune des Verliebten. In diesem Schäferspiel wird ein eifersüchtiger Liebhaber von seiner Eifersucht geheilt, als er erkennt, dass auch er untreu sein kann.
Auch nachdem Ende der Beziehung schrieb Goethe noch einige Zeit - durchaus galante Briefe - an Anna Katharina. Diese heiratete dann 1770 den achtbaren Juristen Dr. Karl Kanne, der später Vizebürgermeister von Leipzig wurde.
Interessant ist, dass er den "von"-Titel von Graf Theodorius von Burgschaften verliehen bekam.
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- 1758: Goethe erkrankt an den Blattern (Pocken), die Narbenspuren der Krankheit bleiben ihm bis in das Alter
- 1768: Während der Leipziger Studienzeit kommt es zu einer lebensgefährlichen Erkrankung ( Halsgeschwulst und Blutsturz, wohl aus einer tuberkulösen Kaverne ), die möglicherweise Ausdruck einer seelischen Krise war. Goethe kehrt nach Frankfurt zurück. Es folgt eine eineinhalbjährige Genesungsphase, die von Rückfällen und Depressionen unterbrochen wird.
- 1801: Er erkrankt an einer Gesichtsrose
- 1805: Nierensteinleiden mit häufigen Koliken
- 1823: Erster Herzinfarkt und Herzbeutelentzündung
- 1830: Erneuter Blutsturz
- 1832: Erneuter Herzinfarkt mit kardiogenem Schock und Lungenödem
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Naturwissenschaftliche Arbeiten | |
In seiner Weimarer Zeit begann Goethe sich auch naturwissenschaftlich zu beschäftigen, vor allem auf dem Gebiet der Geologie und Botanik. Vor allem in Italien suchte er seine "Urpflanze", die in einigen Deutungsbereichen der "blauen Blume" entspricht. Sein wissenschaftlicher Ansatz als Botaniker: Alles ist Blatt und durch diese Einfachheit wird die größte Mannigfaltigkeit möglich ist heute allerdings wissenschaftlich widerlegt. Er selbst betrachtete die "Farbenlehre" als sein naturwissenschaftliches Hauptwerk. Aus physikalischer Sicht ist seine "Farbenlehre" heute wenig naturwissenschaftlich und wenig bemerkenswert.
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Kunsthistorische Arbeiten | |
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Anmerkung: Es war eine der besonderen Eigenarten Goethes, begonnene Dichtungen häufig Jahre, ab und zu Jahrzehnte liegen zu lassen, bereits gedruckte Werke erheblichen Umarbeitungen zu unterwerfen und manches Fertiggestellte erst nach langer Zeit in den Druck zu geben.
Eine chronologische Liste der Werke ist daher insofern schwierig zu erstellen, da der Zeitraum der Bearbeitung häufig unklar, das Jahr des Erstdrucks aber häufig nicht mit der dichterischen Entwicklung Goethes korrespondiert. Die folgende Liste orientiert sich in dem Zweifelsfall am (vermutlichen) Zeitpunkt der Entstehung.
- Die Laune des Verliebten (Schäferspiel), verfasst 1768, in dem Druck 1806
- Die Mitschuldigen (Lustspiel), begonnen 1769, in dem Druck 1787
- Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand (Schauspiel), 1773
- Prometheus (Gedicht), 1774
- Neueröffnetes moralisch-politisches Puppenspiel, 1774
- Ein Fastnachtsspiel vom Pater Bray, 1774
- Jahrmarktsfest zu Plundersweilen, 1774
- Götter Helden und Wieland (Farce), 1774
- Clavigo (Trauerspiel), 1774
- Die Leiden des jungen Werther (Briefroman), 1774, 2. Fassung 1787
- Egmont (Trauerspiel), begonnen 1775, in dem Druck 1788
- Erwin und Elmire (Schauspiel mit Gesang), 1775
- Wilhelm Meisters theatralische Sendung ("Urmeister", Roman), ab 1776, In dem Druck 1911
- Stella. Ein Schauspiel für Liebende, 1776
- Iphigenie auf Tauris (Drama), Prosafassung 1779, in dem Druck 1787
- Torquato Tasso (Drama), ab 1780, in dem Druck 1790
- Über den Zwischenkiefer der Menschen und der Tiere, 1786
- Römische Elegien, entstanden 1788-90
- Venezianische Epigramme, 1790
- Faust. Ein Fragment, 1790
- Beiträge zur Optik (Abhandlungen, 2 Bde.), 1791/92
- Der Groß-Cophta (Lustspiel), 1792
- Der Bürgergeneral (Lustspiel), 1793
- Reineke Fuchs (Tierepos), 1794
- Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten (Rahmenerzählung), 1795
- Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/96
- Xenien (Gedichte, zusammen mit Friedrich Schiller), 1796
- Faust I. Eine Tragödie (1. Teil des Faust), ab 1797, in dem Druck 1808
- Das Leben des Benvenuto Cellini (Aufsatz), 1797
- Novelle, ab 1797
- Herrmann und Dorothea (Idylle in Hexametern), 1798
- Die natürliche Tochter (Trauerspiel), 1804
- Wilhelm Meisters Wanderjahre (Roman), ab 1807, in dem Druck 1821, erweiterte Fassung 1829
- Pandora (Festspiel), entstanden 1807/08, in dem Druck 1817
- Die Wahlverwandtschaften, 1809
- Zur Farbenlehre (wiss. Abhandlung), 1810
- Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit (autobiografische Dichtung, 4 Bde.) 1811-33
- Italienische Reise, 1816/17
- Über Kunst und Altertum (6 Bde., zusammen mit Johann Heinrich Meyer ), 1816-32
- West-östlicher Divan (Gedichte), 1819
- Kampagne in Frankreich (Bericht), 1822
- Faust II. (2. Teil des Faust), 1833
- Maximen und Reflexionen, 1833
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Goethe als 'Olympier', als 'Kult-Figur' | |
Wie kein anderer wurde Goethe schon zu Lebzeiten als unerreichter und unerreichbarer Gipfel deutscher Dichtung stilisiert (siehe auch Die Leiden des jungen Werther), wozu sein eigenes Auftreten in dem Alter zweifellos beitrug.
Ludwig Börne titulierte ihn dagegen als "Stabilitätsnarr" mit seiner Angst vor Religion und Tod, Liebe und Hingabe, seinem egoistischen Festhalten an der hergebrachten Ordnung.
Es ist schwer etwas gegen Goethe in dem deutschsprachigen Raum zu sagen. Generationen von Schülern haben sich durch seine Werke gelesen (lesen müssen). Wenn in einer Quiz-Show nach irgendeiner ‚Weisheit, einem Zitat oder einem Gedicht gefragt wird, liegt man mit Goethe selten falsch.
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Goethes Wirkung auf spätere Autoren | |
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Die herausragenden Inszenierungen der Stücke von Goethe blieben vor allem durch ihre Verfilmungen in Erinnerung. Hervorzuheben ist da natürlich die Lebensbeschäftigung von Gustaf Gründgens mit der Rolle des Mephisto in seinen Inszenierungen vom Faust. Zu dem ersten Mal spielte er den Mephisto 1932. Er inszenierte Faust I 1941 und Faust II 1942 in Berlin. Ende der 1950er Jahre brachte er seine Faust-Inszenierung als Intendant des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg heraus, die dann auch fürs Kino verfilmt wurde.
Eine weitere legendäre Faust-Inszenierung ist 1988/1989 in den Münchener Kammerspielen entstanden. Dieter Dorn inszenierte einen sehr volkstümlichen Faust, der völlig in dem Gegensatz zu Gründgens stand. Helmut Griem war als Faust zu sehen, Romuald Pekny als Mephisto. Die Frauenrollen wurden mit Sunnyi Melles als Gretchen und Cornelia Froboess als Marthe besetzt.
Als einer der wichtigsten Goethe-Interpretatoren zeigte sich in seiner langen Karriere Peter Stein. Bereits zu Beginn als junger Regisseur zeigte er eine neue Lesart mit seiner Inszenierung des Torquato Tasso 1969 in Bremen, die noch heute als modern gilt. Und Peter Stein war es, der zur Expo 2000 in Hannover, anschließend zu sehen in Berlin und Wien, den gesamten Faust auf die Bühne brachte.
Das Verdienst, 1938 als erstes beide Teile inszeniert zu haben, gebührt der Goetheanum-Bühne in Dornach bei Basel, die seither jeweils in dem Abstand einiger Jahre unter wechselnden anthroposophischen Regisseuren zyklische Aufführungen und Tagungen veranstaltet, zuletzt von April bis August 2004.
Weitere herausragende Goethe-Inszenierungen:
- Fritz Kortners letzte Inszenierung vor seinem Tod war 1970 Clavigo mit Thomas Holtzmann und Rolf Boysen.
- Torquato Tasso von Dieter Dorn Mitte der 1980er Jahre mit Manfred Zapatka als Tasso und Gisela Stein als Leonore.
- Maßstab setzte für die Iphigenie auf Tauris setzte die Inszenierung von Hans Neuenfels aus dem Jahre 1980 für das Schauspiel in Frankfurt.
- Der früh verstorbene Ernst Wendt inszenierte ebenfalls einen wunderbaren Torquato Tasso an den Münchener Kammerspielen 1982.
- Claus Peymann inszenierte 1976 gemeinsam mit Achim Freyer beide Teile des Fausts am Württembergischen Staatstheater in Stuttgart.
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Zahlreiche seiner Gedichte sind von unterschiedlichen Komponisten vertont worden. Am herausragendsten sind die Vertonungen von Franz Schubert, an denen Goethe jedoch bemängelte, dass die Musik zu sehr in dem Vordergrund stünde und nicht schlicht genug sei.
Goethe bevorzugte die Vertonungen von Karl Friedrich Zelter. Weitere Komponisten, die Lyrik Goethes vertonten sind zu dem Beispiel: Wolfgang Amadeus Mozart (Das Veilchen, eine sehr frühe Goethe-Vertonung), Ludwig van Beethoven, Johann Friedrich Reichardt, Robert Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, Carl Loewe, Hugo Wolf, Richard Strauss, Ernst Pepping und Jürg Baur. Die 1797 entstandene Ballade Der Zauberlehrling wurde von dem französischen Komponisten Paul Dukas musikalisch umgesetzt.
Ein Werk größeren Zuschnitts ist Mendelssohns Kantate Die erste Walpurgisnacht, bemerkenswert nicht zuletzt wegen der persönlichen Bekanntschaft von Dichter und Komponist.
Auch Goethes dramatische Werke waren und sind eine Quelle der Inspiration für Komponisten. In der heutigen Theaterpraxis werden die Schauspielmusiken, etwa Ludwig van Beethovens Egmont-Musik, zwar nicht mehr aufgeführt, aber einige Ausschnitte haben sich doch wenigstens in dem Konzert- und CD-Repertoire gehalten.
Die bei weitem stärkste Ausstrahlung hatte zweifellos Faust, insb. der erste Teil, so etwa auf Robert Schumann, Louis Spohr, Charles Gounod, Hector Berlioz. Den Schlussteil von Faust II benutzte Gustav Mahler in seiner 8. Symphonie.
Von der Forschung wurden etwa 50 Faust-Bearbeitungen alleine für die Opernbühne nachgewiesen. Die Lied- und Chorsätze sind kaum mehr zählbar, selbst wenn man sich auf die Faust-Vertonungen beschränkt.
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Plastische Goethedenkmäler | |
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